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Frage: Warum synchronisiert sich mein Windows Zeitdienst (w32time) nicht mit meinem NTP-Server?

Antwort: Vorbemerkung: Außer durch das unten beschriebene Problem kann der Grund für eine nicht funktionierende Zeitsynchronisation auch eine Firewall oder ein Port Filter sein, der den für NTP verwendeten Port (normalerweise UDP Port 123) blockiert.

Einige Versionen des w32time-Service, die mit Windows XP oder Windows Server 2003 ausgeliefert werden, können sich in der Standardkonfiguration nicht auf einen NTP-Server synchronisieren. Je nach Konfiguration des Servertyps (z.B. als Domain Controller oder Standalone-Server), antwortet ein NTP-Server eventuell nicht auf Anfragen von w32time. Der Grund dafür ist der Typ der Anfragepakete, die von w32time an den NTP-Server gesendet werden.

Mit den w32time-Versionen von Windows 2000 tritt das Problem nicht auf, auch die weiter unten beschriebenen Befehle mit w32tm lassen sich unter Windows 2000 nicht anwenden, da sich die Funktionalität von w32tm ab Windows XP grundsätzlich geändert hat.

NTP verwendet mehrere Arten von Paketen zum Datenaustausch. Normalerweise senden (S)NTP-Clients Anfragen vom Typ "client", die vom NTP-Server mit Paketen vom Typ "server" beantwortet werden. Im oben beschriebenen Fall jedoch sendet der w32time-Service Anfragepakete vom Typ "symmetric active" an den NTP-Server. Diese Art von Paketen ist vom NTP-Standard für den Peering-Betrieb vorgesehen.

"Peering" bedeutet, daß mehrere ausgesuchte Rechner (Peers) sich über eine gemeinsame "richtige" Zeit verständigen und jeder Peer sich auf diese Zeit einstellt. Diese gemeinsame Zeit wird dann den Clients als Referenzzeit zur Verfügung gestellt. Die "symmetric active"-Anfrage bedeutet, daß der Absender des Paketes die Zeit des NTP-Servers ändern möchte. Natürlich sollte ein NTP-Server solche Anfragen von normalen Clients nicht auswerten.

Aus diesem Grund verwerfen viele NTP-Server solche Pakete einfach, es sei denn, der Absender ist explizit als Peer konfiguriert, der sich auch authentisieren kann. Neuere Versionen der Referenz-Implementierung von NTP enthalten einen Workaround für w32time, so daß der Server zwar eine Antwort sendet, der w32time-Client jedoch nicht als Peer akzeptiert wird.

Mit Hilfe von einigen Befehlen in einem Kommandozeilenfenster kann man den Typ der von w32time gesendeten Anfragepakete umstellen. Die geänderten Einstellungen werden in der Registry dauerhaft gespeichert:

w32tm /config /manualpeerlist:,0x8 /syncfromflags:MANUAL

Statt muss die IP-Adresse oder der Hostname des NTP-Servers angegeben werden.

Mit dem Flag "0x8" zwingt man w32time, statt "symmetric active"-Paketen normale "client"-Anfragen an den NTP-Server zu senden, die dann natürlich auch normal beantwortet werden.

Um die Änderungen wirksam werden zu lassen, kann man entweder den folgenden Befehl verwenden:

w32tm /config /update

oder den Dienst w32time neu starten:

net stop w32time net start w32time

Mit dem Befehl

net time /querysntp

kann die aktuelle Einstellung überprüft werden. Als Ausgabe sieht man dann z.B.:

The current SNTP value is: ,0x8

Beim Start Dienstes wird eine sofortige Anfrage an den NTP-Server gesendet. Außerdem kann mit Hilfe des Befehls

w32tm /resync

eine sofortige NTP-Abfrage ausgelöst werden.

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